A materiális világ esszenciálisan szellemi világ. Mit jelent az, hogy »szellemi«? Azt, hogy szubtilisebb, mint az anyagi? Ezt is, de nem ez a lényeg. A világ akkor szellemi, ha tudati természete az átélésben nyilvánvalóvá válik.

László András

 

 

„A lég, a fellegek, az erdő,
Mikéntha minden zengene…
A föld, a csillagok, a tenger,
Minden szívemmel van tele.

És mintha mind lobogna, égne;
Rajongna, élne szikla, rög…
Állat, virág, fa, sőt az ember
Érezne tégedet, Örök!…

[…]

És mintha mind belém ömölne,
Az óceán s a csillagok,
Szín és sugár, dal, illat, éter:
Úgy érzem, én minden vagyok."

Komjáthy Jenő: Az örök dal (részlet)

 

 

„A Rig-véda azt tanítja, hogy Isten az egész természetben felismerhető – a hegyekben, dombokban, folyókban. »Az egyetlen szellem rajtam keresztül áramlik.« Amikor egy hegyen állva nem tudod, hol végződik a hegy, s hol kezdődik a tested, az az igazi imádság. Amint lélegzel, az egész természet lélegzik. Mikor kiengeded a levegőt, az egész hegy minden völgyével együtt a fuvallatokban lélegzik ki. Amint belélegzel, az univerzális életerő pránájának teljessége járja át a tested, csakúgy, mint a völgyeket, a folyókat, a hegyeket. Ez az egyedüli helyes kapcsolat a természettel.”

Szvámí Véda Bháratí

 

 

 

 

Róbert Horváth

 

Grundsätze der Bewusstseinsökologie

 

 

Bewusstseinsökologie ist weder eine der vielen Richtungen noch ein Zweig der Ökologie, sondern im Unterschied zur platten Sinngebung des Wortes „Richtung” vielmehr eine Richtlinie, die, ernst genommen, in jeder ökologischen Richtung und Disziplin nutzbar gemacht werden kann – also ebenso wohl für die so genannten seichten Formen der Ökologie, wie für die „Tiefenökologie”. Ihre Grundsätze können von Vertretern der biologischen Ökologie im Grunde genommen genauso angewendet werden, wie von den Vertretern der Gesellschaftsökologie oder Ökophilosophie. Entscheidend ist nur, dass die Hauptsätze verstanden, die Tragweite derselben erkannt und sie nachher in der eigenen Praxis folgerichtig angewendet werden, ohne jegliche Änderung bzw. ohne dass das jeweilige Fachwissen die Kraft dieser Grundsätze abschwächt.

Die Grundsätze lauten wie folgt:

(1) Die Bewusstseinsökologie geht aus von der fundamentalen Erkenntnis, dass für jede aktuelle und zukünftige Variante der Umweltkrise in erster Linie jedes Individuum verantwortlich ist. Es ist ein Ansatz der Bewusstseinsökologie, dass ich selbst die Umweltkrise in allen ihren Formen mitverursacht habe.

(2) Sofern ich die Umwelt als etwas innerhalb meines eigenen Bewusstseins Liegendes erlebe, trage ich in geringerem Maße zur Entstehung und zur weiteren Verschärfung der Umweltkrise bei. Was dem Menschen eigen ist, ja ein Teil seiner Selbst bildet, dem schadet er am wenigsten. Zur Vermeidung der Umweltkrise ist kein veranwortungsvolleres Verhalten und wirksameres Verfahren bekannt, als dass man den oikos als etwas innerhalb des Bewusstseins Liegendes, als dessen unveräußerlichen Teil wahrnimmt.

(3) Das Erleben von jeglicher Form von Umwelt – geographischer, tierischer, menschlicher, materialer, kultureller usw. – als etwas innerhalb des eigenen Bewusstseins Vorhandenem kann nicht nur zur Vorbeugung, sondern auch zur Lösung der Umweltkrise beitragen. Dies ist der innerste Beweggrund und die innerste Triebfeder für eine verantwortungsvolle Umweltpflege. Wenn sie auf etwas „Anderes” hinzielt, kann nicht einmal die Liebe wirkungsvoller werden.

(4) Um die ökologische Krise in allen ihren verschiedenen Aspekten zu lösen, ist ein beständiges Hinwirken auf einen harmonischen, gehobenen und ganzheitlichen Zustand des eigenen Bewusstseins unabdingbar erforderlich. Das ruhelose, niveaulose und begrenzte Bewusstsein führt auch zu einem ebensolchen Umweltverhalten. Die „äußere” Umwelt muss in ihrer Gesamtheit mit der „inneren” Bewusstseinsumwelt korrespondieren.

(5) Die Umwelt als innerhalb des Bewusstseins seiende wahrzunehmen, heißt nicht, dass man von Krisen-, ja Katastrophenerlebnissen entlastet wird. Aber so wird auf wirksamere Weise eine Lösung gefordert, anstatt die Umweltkrise bloß als etwas Äußerliches anzusehen.

(6) Die Frage, ob das Bewusstsein in der Welt oder die Welt im Bewusstsein liegt, ist seitens der Bewusstseinsökologie eindeutig in letzterer Weise zu beantworten: die Welt liegt im Bewusstsein – und nicht umgekehrt. Wenn wir auch ein in der Welt liegendes „Bewusstsein” annehmen oder erleben, so wird dieses herabgeminderte Bewusstsein von einem ganzheitlichen, das Weltganze umfassenden Bewusstsein wahrgenommen.

(7) Aus jenem vorherigen Satz folgt, dass die Bewusstseinsökologie das Vorhandensein der niedereren Bewusstseinszustände und -formen anerkennt. Die Trägerfunktion des Gehirns wird z. B. von ihr keineswegs geleugnet – verworfen wird allein die Behauptung, dass das Bewusstsein mit dem Gehirn, Nervensystem oder auch mit Verstandestätigkeit – in ausschließlicher Weise – identisch sei.

 (8) Die Setzung eines eigenen Bewusstseins jenseits des Gehirns, des Verstandes und der Psyche gilt als das wichtigste Prinzip der Bewusstseinsökologie.

 (9) Derjenige, der alle Grundsätze annimmt und bei seiner ökologischen Arbeit in sichtbarer Weise und ohne Verzerrungen anwendet, ist als ein Pfleger der Bewusstseinsökologie anzusehen. Das setzt aber voraus, dass er die Sätze auch in seinem eigenen Leben und in eigenen Betrachtungen anwendet.

Aus diesen neun Sätzen können praktische Folgen von unbestimmbarer Anzahl hervorgehen, welche zu den Anwendungen, Theorien und Strategien der Bewusstseinsökologie gehören.

 

 

Zum bisher Gesagten mögen nun – wie im Fall der so genannten tiefenökologischen Plattform aus dem Jahre 1985 – gewisse Erläuterungen hinzugefügt werden, welche die Grundsätze genauer bestimmen und als eine weitere Grundlage für spätere Ausführungen dienen können.

Zu Punkt 1: Der Gedanke, wonach die Umweltkrise auch „von anderen” verursacht wird, kann für eine wahrhaft ethische, sich zur eigenen Verantwortlichkeit bekennende Grundhaltung von keinem Belang sein. Die Bewusstseinökologie lässt zwar die Verkettung der Ursachen gelten, sie nimmt auch die nicht-individuellen Ursachen wahr (etwa die biologischen, Gruppeninteressen oder mutwillige Zerstörung), empfiehlt jedoch die Verbreitung der obigen Haltung. Nach ihrem Erachten ist sogar die Vorgeschichte der Umweltkrise „meine” Schuld, da man, wenn die Verantwortung der Gegenwart in die Vergangenheit verschoben und zurückprojiziert wird, von jenem Ort flüchtet, an dem man selbst handelnd das meiste bewirken könnte.

Zu Punkt 2: Ausschlaggebend ist die Verwendung des Wortes „eigen”. Im unmittelbaren Erleben ist Bewusstsein stets das „eigene” Bewusstsein. Die Umwelt verlässt eigentlich nie und in keinerlei Form das eigene Bewusstsein. In jenem existieren Berge, Flüsse, Bäume, Menschen, Tiere – in ihrer vollen physikalischen Größe und Wirklichkeit. (Daher ist es uns möglich diese Objekte, bis hin zu den „letzten” Moosgruppen, in allen ihren Einzelheiten zu beobachten.) Die Umwelt taucht auch in den auf sie bezogenen Theorien verschiedenster Art im eigenen Bewusstsein auf, was indessen nicht wahrgenommen wird. Das wahrgenommene Sein-innerhalb-des-Bewusstseins kommt als unveräußerlicher „Teil” zustande. Und der Mensch ist gegenüber dem, was er als „Selbstanteil” erlebt, am wenigsten verantwortungslos.

Zu Punkt 3: Die Umweltkrise ist stets eine Folge der Krisenhaftigkeit des Umweltverhaltens. Alle falsche Einstellungen erwachsen – vorrangig – daraus, dass die Umwelt von biologischer oder im engeren Sinne menschlicher Art nicht als etwas innerhalb des eigenen Bewusstseins Liegendes erlebt wird. Dadurch, das man alles als Teil des eigenen Bewusstseins betrachtet, wird nicht nur die Vorbeugung, sondern auch die Lösung von ökologischen Krisen möglich. (Dies werden wir mit weiteren Studien belegen.) Etwas als unveräußerlichen Teil des eigenen Bewusstseins zu erleben, heißt auch die Lösung der betreffenden Krise anzugehen – was wiederum mehr ist als einen „anderen” zu lieben, da ja eben dieses Erlebnis das Wesen der wahren, bewussten Liebe ausmacht.

Zu Punkt 4: Dem bewusstseinsökologischen Standpunkt zufolge ist das größte Problem der Ökologie, dass sie nicht zureichend das eigene Bewusstsein mit dem Menschen kultiviert – wobei es sich dabei um jenes primäre, unmittelbar zugängliche Umfeld handelt, in dem der Mensch die ökologische Arbeit aufnehmen könnte. Das beeinflusste Bewusstsein ist ein unruhiges und beschränktes, das von sich selbst gelenkte Bewusstsein ein ruhiges und ganzheitliches. Das obige Wort „niveaulos” bedeutet „nicht qualitätsmäßig”, „nicht selbstständig” und „nicht auf sich selbst gerichtet”. In diesem Zusammenhang ist die Unterscheidung zwischen „innerer” (mentaler) und „äußerer” (physischer) Umwelt nur eine beiläufige, illustrative und nicht endgültige – sie soll also nicht bedeuten, dass die so genannte äußere Umwelt nicht bewusstseinsmäßig wäre, denn wie ein Bewusstseinszustand als Umwelt erfasst wird, so muss auch das oikos – im üblichen Sinn verstanden – bewusstseinsmäßig sein. 

Dem vierten Grundsatz gemäß schenkt die Bewusstseinsökologie den heilsamen Gedanken, den Entitäten mit erhabener Stimmung und Atmosphäre besondere Aufmerksamkeit – sie gibt acht, dass der Mensch bewusstseinsmäßig immer „in guter Gesellschaft” sei. (Auch wenn die Worte „heilsam”, „erhaben” und „gut” keine exakten Begriffe sind, müssen wir uns an ihnen orientieren. Die Schwerbestimmbarkeit dieser Worte entspringt übrigens daraus, dass sie in den betreffenden Fällen faktisch immer etwas Verschiedenes in sich schließen, woraus aber nicht folgt, dass sie überhaupt keine Gültigkeit hätten.)

Zu Punkt 5: Die tatsächlichen – also nicht bloß aus eigentümlichen Interessen festgelegten – Umweltkrisen münden früher oder später in Umweltkatastrophen. Jede Krise erwächst daraus, dass man alles, was nicht als etwas innerhalb des eigenen Bewusstseins Liegendes betrachtet, auch vernachlässigen muss. Dergleichen Zustände, wie es sich auch bei persönlichen  Verbindungen zeigt, verschlimmern sich, und müssen schließlich zerfallen. Das Bestreben der Bewusstseinsökologie um harmonische Bewusstseinszustände, sowie ihre auf Notwehr zielende Haltung, bedeutet indessen nicht die Entlastung von negativen Erlebnissen. Die Bewusstseinsökologie ist weder ein Harmonizismus, noch ein zwanghafter Pazifismus oder ein bürgerlich-konventionell-populärer Ästhetizismus. Sie ist auch nicht eine Art Bewusstseinseugenik, sondern eine zugleich objektive und subjektive Ausrichtung.

Zu Punkt 6: Das in der Welt vorhandene „Bewusstsein” ist stets begrenzt und herabgemindert. Es ist kein wahres Bewusstsein, da hinsichtlich dieser Relation das Bewusstsein ja eigentlich jenes ist, welches den in der Welt vorhandenen, als Bewusstsein lediglich nur vorgegebenen Faktor erblickt. Die Welt und das in sich befasste, fälschlich als Bewusstsein Benannte werden simultan schauend erfasst, das heißt, das wahre Bewusstsein schließt beides, somit auch die Welt in sich. Hinsichtlich des sechsten Grundsatzes können wir unserer Haltung gemäß höchstens das Zugeständnis machen, dass wir hinnehmen: das Bewusstsein beschränkt sich in gewissen Fällen auf die Welt bzw. auf einen ihrer Ausschnitte – dann aber ist es kein ganzheitliches Bewusstsein mehr.

Zu Punkt 7: Die Bewusstseinsökologie bestreitet weder das Vorhandensein des menschlichen Hirns in der Welt, noch die Verstandestätigkeit in bzw. mit der Welt. „Bewusstsein des Anderen” und „mehrere Bewusstseine” sind in ähnlicher Weise nur ein „Bewusstsein” innerhalb der Welt. All dies sind samt der Welt lediglich Träger und Glieder des eigenen und eigentlichen Bewusstseins. (Solche metaphysischen Fragen sind für die Bewusstseinsökologie von höchster Relevanz.) Das eben beigefügte Wort „lediglich” hat in keiner Weise eine abschätzige oder gar vernachlässigende Bedeutung.

Zu Punkt 8: Die Annahme des Grundsatzes erfordert kein sonderliches Bewandertsein im Bereich der Metaphysik. Die Bewusstseinsökologie verwirft die Bewusstseinsauffassungen der Psychologie und Verstandesphilosophie, sowie die Vorstellung der so genannten Kulturell Kreativen von einem „globalen Bewusstsein”. Es genügt sie abzuweisen, genauer gesagt, das eigene und ganzheitliche Bewusstsein anzunehmen, denn sie alle gehen aus von einem herabgeminderten, innerhalb der Welt vorhandenen und anhangsartigen „Bewusstsein”. Der Bewusstseinsbegriff der Verstandesphilosophie ist auch in jenen Fällen materialistisch, in denen man Geist und Körper mehr voneinander unterscheidet.  Das so genannte globale Bewusstsein der „Kulturell Kreativen” trägt wiederum ernsthafte Gefahren für die Zukunft in sich: die auf das Bewusstsein zentrierte normale Sicht kann dadurch auf die Annahme eines rein objektiven und kollektiven, von jemandem festgelegten, Science-Fiction-artigen, zentralen „Bewusstseins” hingesteuert werden.

Zu Punkt 9: Die Bewusstseinsökologie ist nicht mit dem Anspruch aufgetreten, sich von allen ökologischen Richtungen und Disziplinen abzusondern, oder sich einschachtelnd unter jene einzuordnen. Sie setzt sich für eine tiefere und verantwortungsvollere Wahrnehmung der Umwelt ein, in der Überzeugung, dass man dadurch zu einem höheren und erfüllteren Selbsterlebnis des Menschen beiträgt.

Die praktischen Strategien werden dann anhand der obigen Grundsätze und Erläuterungen entwickelt.

 

Aus dem Ungarischen übersetzt von Dániel Berkó